Toni Meyer-Steineg (1874 - 1944)

Toni Meyer-Steineg, geb. Stern, wurde am 16. März 1874 in Bielefeld geboren. Sie entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Seit 1899 war sie mit dem Augenarzt Theodor Meyer verheiratet, der sich 1907 in Jena auf dem Gebiet der Geschichte der Medizin habilitierte. Ab 1910 führte das Ehepaar den Doppelnamen Meyer-Steineg. Neben seiner Tätigkeit als akademischer Lehrer, Forscher und Sammler medizinhistorischer Gegenstände, als wissenschaftlicher Publizist und Leiter einer privaten Augenklinik war Meyer-Steineg auch als Komponist und Musiker anerkannt.

Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er 1933 von der Universität beurlaubt. Es gelang ihm, seine „arische Abstammung“ glaubhaft zu machen, die aber später von den zuständigen Behörden in Zweifel gezogen wurde. Meyer-Steineg verstarb 1936 in Italien während eines Kuraufenthaltes. Seine wertvolle medizinhistorische Sammlung, nach seinem Tod aufgeteilt, wird heute von der Jenaer Universität (Ernst-Haeckel-Haus) wissenschaftlich betreut. 

Toni Meyer-Steineg, von einem Freund der Familie als gutmütige, gütige Frau beschrieben, war nach dem Tod ihres Mannes allen antijüdischen Schikanen schutzlos ausgesetzt. Nachdem sie sich 1938 mit 44.000 Reichsmark an der „Sühneleistung“ der deutschen Juden hatte beteiligen müssen, folgte 1939 die „Sicherungsanordnung“ über ihr Vermögen.

Als sie am 11. Januar 1944 nach Theresienstadt deportiert wurde, war sie bereits längere Zeit schwer leidend. Am 25. November 1944 endete ihr Leben in Theresienstadt.

Der Stolperstein für Toni Meyer-Steineg wurde am 7. Mai 2008 in der Lassallestraße 6 gesetzt (Initiative des Jenaer Arbeitskreises Judentum).

Metallplatte mit Inschrift im Boden inmitten von Pflastersteinen eingelassen, daneben eine rote Rose
Stolperstein für Toni Meyer-Steineg in der Lassallestraße 6

Stolperstein Toni Meyer-Steineg
Stolperstein Toni Meyer-Steineg

Lassallestraße 6
07743 Jena
Deutschland

Lassallestraße 6
07743 Jena
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